Purkaffee: Plantagenkaffee Myanmar

Für unsere Purkaffees gehen wir weit: Wir verhandeln direkt mit der Kaffeekooperative des jeweiligen Landes, wissen welche Bauern den Kaffee anpflanzen und ernten und diesen mit den gemeinsam genutzten Maschinen der Kooperative verarbeiten. Purkaffees sind rückverfolgbar bis auf die Kooperative, oft bis zum jeweiligen Bauern, insofern er eine genügend grosse Finca betreibt. Purkaffees werden nicht mit Kaffees aus anderen Kooperativen vermischt. Lagerung und Transport sind sehr aufwändig, kostenintensiv und mit grossem administrativem Aufwand verbunden.

Für einen Kaffeeröster in der Schweiz ist es sehr schwierig, direkt bei einem Kaffeebauer Rohkaffee einzukaufen. Hier führt kein Weg an einem Besuch direkt bei den Kaffeebauern vorbei.

Kaum ein grosser Händler kennt die Koperative persönlich, geschweige denn einen Bauer. Im grossen Stil werden die Kontainer bei Exporteuren im jeweiligen Land gekauft. Oft erst, wenn die Ladung bereits auf einem Schiff ist und ,schwimmt'. Keine Rede von fairem Preis, eine Teil-Vorauszahlung sowieso nicht. Der Bauer wartet mit der gesamten Bezahlung, bis der Kaffee in Europa ankommt und akzeptiert wurde. Erst dann wird das Geld auf dem Sperraccount frei gegeben. Damit wird er erpressbar und muss sich Darlehen besorgen (Zinsen von 20 bis 30% sind keine Seltenheit), weil kein Pflücker monatelang auf den Lohn warten kann.

derkaffee besucht die Bauern persönlich, schliesst mehrjährige Lieferverträge mit Qualitätsgarantie ab und bezahlt teilweise im Voraus einen Preis, welcher ein Mehrfaches über allen Fairtradestandards liegt. Faire Preise für nachhaltig produzierten Kaffee beginnen ab 8 Sfr. pro kg Rohkaffee. Der Bauer rechnet in Dollarcents pro Libra. Der Börsenpreis für Arabica beträgt im Dezember 17 120.75 $cent pro Libra. Dies ergibt 2$65 cent pro Kg Rohkaffee am Ursprung.

Der Transport in unserem Auftrag übernehmen Bio und Fairtrade Kaffeelogistiker. Wir arbeiten mit Swipala Bern, Efico Porrentruy, Greencof Amsterdam und Interamerica Zug zusammen.



Myanmar: Seit einigen Monaten sind wir in Kontakt mit Nathalie Manac'h. Nathalie betreibt Nat Coffee und reist seit Längerem nach Myanmar. Im Chin State ensteht mit ihrem Wirken eine Kaffee Kooperative. Da wir von unseren Entwicklungsprojekten in Äthiopien wissen, was es bedeutet, eine Kooperative auf zu bauen, die Bauern zu schulen, Geld zu sammeln, mit der Regierung klar zu kommen und gegen alle Lokalmatadore anzutreten, sind wir von Nathalies Schaffen tief beeindruckt. Wir haben von ihr einige Kilo Catimor H 528 zum Proberösten erhalten. Die Qualität hat uns sofort überzeugt und das Projekt haben wir mit Kickstarter unterstützt. Wir haben 11 Säcke dieses seltenen Myanmar Kaffees geordert.

Dezember 2017: Ngu Shweli Farm mit Nathalie vor Catimor H528 kommende Ernte 2018 Bild: Natcoffee

Nun ist es soweit: Im Juli 17 ist er eingetroffen, bis im Dezember 17 musste der sehr frische Kaffee noch ruhen. Seit einigen Wochen waren wir im Teströstmodus und haben alle 2 Wochen auf unserer kleinen Diedrich frisch geröstet und die optimale Kennlinie gesucht. Es ist geglückt.

Ab sofort kann Myanmar Kaffee bei uns geordert werden. Wir wünschen viel Genuss.